Was ist ein freier Relativsatz?

Ein freier Relativsatz ist ein besonderer Satztyp, der im Deutschen oft mit einem w-Wort wie „wer“, „was“ oder „wo“ eingeleitet wird. Im Gegensatz zu gebundenen Relativsätzen – etwa „Der Mann, der dort steht, ist mein Nachbar“ – hat ein freier Relativsatz kein beziehbares Bezugswort im Hauptsatz. Er tritt vielmehr selbst als eigenständiges Satzglied auf, oft als Subjekt oder Objekt.

Betrachten wir ein Beispiel: „Wer das behauptet, lügt.“ Hier ist „Wer das behauptet“ der freie Relativsatz, der das Subjekt des Hauptsatzes bildet. Es gibt kein vorangehendes Nomen, auf das er sich bezieht – er steht für sich. Deshalb nennt man ihn „frei“.

Solche Konstruktionen sind besonders in der gesprochenen und gehobenen Sprache verbreitet. Sie verleihen der Aussage oft eine allgemeine, fast sprichwörtliche Wirkung. Ein weiteres Beispiel wäre: „Was du da tust, ist gefährlich.“ Der Relativsatz „Was du da tust“ fungiert als Subjekt und bringt eine ganze Handlung oder Situation in den Vordergrund.

Im Deutschen werden freie Relativsätze meist mit einem w-Pronomen gebildet, daher spricht man auch von w-Freirelativen. Selten finden sich auch Formen mit „d“-Pronomen, etwa „Darin liegt das Problem“, doch die w-Formen dominieren deutlich.

Freie Relativsätze machen die Sprache prägnanter und flexibler. Sie erlauben es, komplexe Gedanken knapp auszudrücken – ohne sich auf ein konkretes Bezugswort stützen zu müssen. So werden ganze Aussagen oder Situationen zu handelnden „Subjekten“ im Satz, was der deutschen Syntax eine besondere Ausdruckskraft verleiht.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen