Organspende im Alter: Gibt es eine Grenze?
Viele Menschen glauben, dass sie ab einem bestimmten Lebensalter nicht mehr als Spender infrage kommen. Doch das ist ein Missverständnis: Für eine Organ- und Gewebespende gibt es keine feste Altersgrenze. Auch mit 75 Jahren oder älter ist es keineswegs zu spät, sich für diesen lebensrettenden Schritt zu entscheiden.
Der biologische Zustand der Organe ist weitaus wichtiger als das Geburtsdatum im Ausweis. Ob Herz, Nieren oder Leber für eine Transplantation geeignet sind, wird immer erst im konkreten Fall medizinisch genau geprüft. Dank des medizinischen Fortschritts können heute auch ältere Organe erfolgreich transplantiert werden und schwerkranken Menschen neue Lebensqualität schenken. Häufig wird Gewebe, wie etwa die Hornhaut der Augen, sogar noch von sehr alten Menschen erfolgreich übertragen.
Für die persönliche Entscheidung bedeutet das: Niemand sollte sich aufgrund seines Alters von vornherein ausschließen. Viel entscheidender ist es, die eigene Bereitschaft zu Lebzeiten zu dokumentieren – beispielsweise im Organspendeausweis oder im zentralen Organspende-Register – und mit den Angehörigen darüber zu sprechen. So schafft man Klarheit und entlastet die Familie in einer schweren Stunde.
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