Was bedeutet „AD“ im historischen Kontext?

Der Ausdruck AD, abgeleitet vom lateinischen „anno Domini“ – zu Deutsch „im Jahre des Herrn“ –, bezeichnet den Beginn der christlichen Zeitrechnung. Genauer gesagt steht die vollständige Form „anno Domini nostri Iesu Christi“ für „im Jahre unseres Herrn Jesus Christus“. Diese Datierungsform wurde im 6. Jahrhundert vom Mönch Dionysius Exiguus eingeführt, um die Jahre ab der vermuteten Geburt Jesu zu zählen.

Seitdem wird AD verwendet, um Jahre nach dieser Zählung zu kennzeichnen. So bedeutet beispielsweise das Jahr 2025 AD, dass es 2025 Jahre seit der angenommenen Geburt Christi sind. Vor allem in englischsprachigen Ländern ist diese Bezeichnung noch heute gebräuchlich, während im deutschen Sprachraum oft schlicht „n. Chr.“ (nach Christus) verwendet wird.

Interessant ist, dass es im julianischen und späteren gregorianischen Kalender kein Jahr null gibt: direkt auf das Jahr 1 vor Christus (BC) folgt das Jahr 1 AD. Diese Besonderheit führt manchmal zu Verwirrung bei der Berechnung von Zeiträumen, die beide Epochen überspannen.

Die Verwendung von AD unterstreicht, wie stark die christliche Tradition die europäische Geschichtsschreibung geprägt hat. Auch heute dient sie als Orientierungspunkt – nicht nur für Kirche und Kalender, sondern oft auch in historischen und akademischen Werken, obwohl zunehmend neutrale Formulierungen wie „n. u. Z.“ (nach unserer Zeitrechnung) oder „CE“ (Common Era) populär werden.

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