Sollte man Oktopusse als Haustiere halten?
Die Vorstellung, einen Oktopus im heimischen Aquarium zu beobachten, klingt faszinierend. Mit ihren acht Armen, ihrem faltigen Körper und ihren faszinierenden Bewegungen wirken sie fast außerirdisch. Doch trotz ihres Reizes ist die Haltung eines Oktopusses als Haustier höchst problematisch – und aus tierschutzrechtlicher Sicht oft nicht vertretbar.
Oktopusse gehören zu den intelligentesten Wirbellosen. Sie können Rätsel lösen, Werkzeuge benutzen und zeigen deutliche Anzeichen von Lernfähigkeit und Neugier. Genau diese Intelligenz macht es jedoch so schwierig, sie artgerecht zu halten. Ein Aquarium, egal wie groß oder gut durchdacht, kann niemals die Vielfalt des offenen Meeres ersetzen – den natürlichen Lebensraum dieser Tiere.
Ein Oktopus spürt vermutlich, dass er eingesperrt ist, viel stärker als viele andere Meerestiere. Studien deuten darauf hin, dass Kraken über ein komplexes Bewusstsein verfügen. Sie langweilen sich schnell, entwickeln Verhaltensstörungen und können unter der Enge massiv leiden. Deshalb ist ihre Haltung in Aquakulturen in vielen Ländern nicht erlaubt – aus ethischen Gründen.
Zudem dürfen Oktopusse in der Europäischen Union nicht in kommerzieller Aquakultur gezüchtet werden. Das unterstreicht, wie wenig sich diese Tiere für die Gefangenschaft eignen. Wer die Schönheit der Kraken bewundern möchte, tut dies am besten in ihrer natürlichen Umgebung – oder in großen, artgerechten Meeresaquarien, die über spezielle wissenschaftliche Ausnahmen verfügen.
Ein Oktopus als Haustier? So reizvoll die Idee klingen mag: Der Respekt vor seinem Wesen und seiner Intelligenz spricht dagegen.**
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