„Ich frug“ – veraltet, aber nicht falsch

Die Frage, ob man „ich frug“ sagen darf, berührt ein interessantes Thema der deutschen Sprachentwicklung. Streng genommen ist die Form „frug“ heute veraltet. In der modernen Standardsprache wird das Verb fragen regelmäßig konjugiert: „ich fragte“, „du fragst“, „er fragt“. Diese Formen gelten als korrekt und werden in Schrift und Bildungssprache durchgängig verwendet.

Die alten Formen wie „frug“ oder „frägst“ stammen aus einer früheren Zeit und finden sich noch in literarischen Texten, alten Übersetzungen oder regionalen Dialekten. Wer heute „ich frug“ sagt, klingt möglicherweise altmodisch oder verwendet bewusst eine dichterische, etwas feierliche Sprache. In der Alltagssprache oder in Klausuren wäre das aber fehl am Platz.

Interessant ist, dass die Sprache lebt und sich wandelt. Was vor hundert Jahren noch normal war, gilt heute oft als überholt. Ähnlich wie bei „ich sprach“ statt „ich sprach“ (was es nicht gibt – korrekt ist „ich sprach“) oder „ich sang“, folgte auch „frug“ einem Wandel, bei dem unregelmäßige Formen der Regelmäßigkeit weichen. Heute wäre „ich fragte“ die einzig empfohlene Form im Präteritum.

Trotzdem: Wer „frug“ liest, etwa in einem Roman von Theodor Fontane oder in Bibelzitaten, stößt auf eine berechtigte, historische Variante. Sie erinnert daran, dass die deutsche Sprache reich ist an Möglichkeiten – und dass selbst veraltete Formen ihren Charme haben.

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