Korrekt: „Ich habe geschwommen“ oder „Ich bin geschwommen“?

Die Frage, ob man sagen kann „Ich habe geschwommen“, kommt häufig auf – und die Antwort ist einfach: Ja, man darf beides sagen. Sowohl „Ich habe geschwommen“ als auch „Ich bin geschwommen“ sind grammatikalisch korrekt. Das gilt auch für ähnliche Verben wie „joggen“ oder „klettern“: „Er hat gejoggt“ und „Er ist gejoggt“ sind beide erlaubt.

Der Unterschied kommt erst ins Spiel, wenn eine Orts- oder Richtungsangabe im Satz auftaucht. Dann ändert sich die Regel: Ab diesem Moment muss man das Perfekt unbedingt mit „sein“ bilden. Zum Beispiel: „Ich bin ans andere Ufer geschwommen“ oder „Sie ist den ganzen See entlang geklettert“. In solchen Fällen ist „haben“ falsch und klingt unschön – auch wenn man es gelegentlich im gesprochenen Deutsch hört.

Die Regel folgt einem logischen Muster: Wenn eine Bewegung im Raum beschrieben wird – also ein Wechsel von einem Ort zu einem anderen –, verwendet man „sein“. Das ist bei vielen Bewegungsverben so: gehen, laufen, fahren und eben auch schwimmen, joggen oder klettern. Ohne Richtungsangabe bleibt die Wahl zwischen „haben“ und „sein“ allerdings offen – vor allem im süddeutschen und österreichischen Raum wird „sein“ hier deutlich häufiger verwendet als im Norden.

Also: Beides ist erlaubt – bis eine Richtung ins Spiel kommt. Dann gilt: Nur „Ich bin geschwommen“ ist richtig.

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