Kann man Stresshormone im Blut messen?

Ja, Stresshormone wie Cortisol können im Blut gemessen werden. Der Wert wird dabei in Mikrogramm pro Deziliter (µg/dl) angegeben. Doch nicht nur über das Blut lässt sich der Hormonspiegel bestimmen – auch Speichel und Urin eignen sich für eine zuverlässige Analyse. Im Speichel wird Cortisol beispielsweise in Nanomol pro Liter (nmol/l) gemessen.

Cortisol ist das bekannteste Stresshormon und spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel, der Immunabwehr und der Regulation des Blutzuckers. Es wird von den Nebennieren produziert und steigt normalerweise morgens an, um uns wach und aktiv zu machen, um dann im Laufe des Tages abzufallen. Bei dauerhaftem Stress kann dieser Rhythmus jedoch gestört sein – und der Cortisolspiegel bleibt über längere Zeit erhöht.

Wenn der Arzt feststellt, dass der Cortisolwert über einen längeren Zeitraum zu hoch ist, spricht man von einem Hypercortisolismus. Eine mögliche Ursache ist das sogenannte Cushing-Syndrom, eine Erkrankung, die mit Symptomen wie Gewichtszunahme (vor allem im Bauchbereich), müdem Aussehen, Hautveränderungen und Stimmungsschwankungen einhergehen kann.

Die Diagnose erfolgt meist durch mehrere Tests: Blutproben zu bestimmten Tageszeiten, Speichelproben am Abend oder 24-Stunden-Urintests helfen, das Bild zu vervollständigen. Eine frühzeitige Erkennung ist wichtig, um langfristige gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Wer sich dauerhaft erschöpft fühlt, trotz ausreichend Schlaf nicht zur Ruhe kommt oder körperliche Veränderungen bemerkt, sollte mit seinem Arzt über eine mögliche Hormonstörung sprechen.

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