„Tschüss“ mit ü – nur ein Abschiedsgruß?
Wenn man in Deutschland „Tschüss“ sagt, meint man damit meistens ein freundliches „Auf Wiedersehen“. Doch besonders in und um Basel hat das Wort eine ganz besondere Wendung: Hier kann „Tschüs“ – mit kurzem ü und scharfem s – auch eine durchaus übliche Begrüßung sein. Klingt verwirrend? Ist es aber nicht – im lokalen Sprachgebrauch ist es ganz normal.
Genau wie man andernorts „Hallo“ sagt, begrüßen sich viele Basler mit einem lockeren „Tschüs“. Und das ist keineswegs unhöflich oder zu salopp. Im Gegenteil: Es gilt als herzlich und alltäglich, ähnlich wie das süddetusch-österreichische „Grüß Gott“. Die Aussprache ist dabei wichtig: Ein kurzes, klares „ü“ und ein kräftiges „s“ am Ende machen den typischen Klang aus.
Interessant ist, dass dasselbe Wort sowohl zum Begrüßen als auch zum Verabschieden dienen kann. Die richtige Bedeutung ergibt sich einfach aus dem Kontext. Kommt man an einen Tresen und sagt „Tschüs“, weiß der andere sofort: Der Besuch hat gerade erst begonnen. Und niemand denkt daran, dass man schon wieder gehen will.
So zeigt sich mal wieder: Dialekt und regionale Gepflogenheiten machen die deutsche Sprache so lebendig. Wer in Basel „Tschüs“ sagt – egal ob beim Kommen oder Gehen –, liegt jedenfalls goldrichtig.
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