Heilung von der Sucht: Ein lebenslanger Weg zum Stillstand
Die Frage, ob eine Sucht vollständig geheilt werden kann, beschäftigt Betroffene und Angehörige gleichermaßen. Aus medizinischer Sicht lautet die Antwort: Eine Abhängigkeit ist eine chronische Erkrankung, die im eigentlichen Sinne nicht geheilt, aber erfolgreich zum Stillstand gebracht werden kann.
Das Suchtgedächtnis im Gehirn bleibt ein Leben lang aktiv. Einmal geprägte Bahnen im Belohnungszentrum lassen sich nicht einfach löschen. Dennoch bedeutet dies keineswegs Hilflosigkeit. Durch Psychotherapie, die Unterstützung von Selbsthilfegruppen und eine bewusste Umgestaltung des Alltags lernen Betroffene, dauerhaft abstinent zu leben. Die Erkrankung ruht, solange kein Rückfall erfolgt.
Eine große Herausforderung im Genesungsprozess ist jedoch die Gefahr einer Abhängigkeitsverlagerung. Weil das tief sitzende Bedürfnis nach emotionaler Entlastung oder Belohnung weiterhin besteht, neigen manche Menschen dazu, das alte Suchtmittel unbewusst durch ein neues zu ersetzen. So weicht der Alkoholismus beispielsweise einer Arbeits-, Kauf- oder Sportsucht. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, setzt eine nachhaltige Therapie an den Wurzeln der psychischen Verletzlichkeit an, anstatt nur das ursprüngliche Verhalten zu stoppen.
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