Unterforderung am Arbeitsplatz kann krank machen

Wer sich im Job ständig gelangweilt fühlt, könnte mehr als nur schlechte Laune haben – möglicherweise steckt eine ernste gesundheitliche Belastung dahinter. Unterforderung am Arbeitsplatz kann ebenso wie Überlastung langfristig zu psychischen und körperlichen Erkrankungen führen, warnt die Baua-Expertin Andrea Lohmann-Haislah. Dazu gehören nicht nur chronische Rückenschmerzen oder Herz-Kreislauf-Probleme, sondern auch Depressionen.

Viele Menschen denken, dass nur zu viel Arbeit gefährlich ist. Doch zu wenig Herausforderung tut dem Körper und Geist auf Dauer genauso weh. Wer tagtäglich Aufgaben erhält, die unter seinem Leistungsniveau liegen, verliert oft die Motivation. Die Folge: ein Gefühl der Sinnlosigkeit, Energielosigkeit und schließlich eine echte psychische Belastung. Dieser Zustand wird oft als „Boreout“ bezeichnet – das Gegenteil von Burnout.

Langweilig zu sein ist dabei nicht das einzige Problem. Wer seine Fähigkeiten nicht einsetzen kann, fühlt sich oft wertlos oder überflüssig. Diese emotionale Dürre kann sich mit der Zeit zu einer tiefen Erschöpfung und depressiven Verstimmungen entwickeln. Besonders betroffen sind oft gut ausgebildete Fachkräfte, deren Potenzial ungenutzt bleibt.

Die Lösung liegt nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch bei den Unternehmen. Ein gesundes Arbeitsumfeld bedeutet nicht nur, Überlastung zu vermeiden – es erfordert auch, dass Mitarbeitende sinnvolle Aufgaben erhalten, die ihren Fähigkeiten entsprechen. Denn wer sich weder über- noch unterfordert fühlt, bleibt leistungsfähig, motiviert – und vor allem gesund.

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