Was bedeutet „FH“ im akademischen Titel?

Früher war es üblich, hinter einem akademischen Grad wie „Dipl.-Ing.“ oder „Dipl.-Kfm.“ den Zusatz „(FH)“ anzufügen, um zu zeigen, dass der Abschluss an einer Fachhochschule und nicht an einer Universität erworben wurde. Heute ist dieser Hinweis jedoch nicht mehr notwendig. Der akademische Grad allein sagt bereits aus, wo und auf welchem Niveau studiert wurde – eine Unterscheidung durch „(FH)“ entfällt daher.

Seit der Bologna-Reform hat sich das deutsche Hochschulsystem stark verändert. Die klassischen Diplomstudiengänge wurden an den meisten Hochschulen durch Bachelor- und Masterabschlüsse ersetzt. Lediglich in technischen Disziplinen, vor allem an Technischen Hochschulen oder Fachhochschulen mit ingenieurwissenschaftlichem Profil, wird noch gelegentlich der Titel Diplom-Ingenieur (Dipl.-Ing. oder DI) verliehen – und zwar auf Master-Niveau.

Ein Abschluss an einer Fachhochschule gilt dabei als praxisnah und hochwertig. Fachhochschulen legen besonderen Wert auf Anwendungsbezug, Projekte mit Unternehmen und Praxissemester. Auch wenn der Zusatz „(FH)“ heute nicht mehr verwendet wird, ist der Wert des Abschlusses unverändert: Er berechtigt zur Ausübung bestimmter Berufe, etwa im Ingenieurwesen, und öffnet Türen in die Berufswelt oder weiterführende Studien.

Wer heute einen Hochschulabschluss macht – egal ob an einer Universität oder einer Fachhochschule – erhält einen international anerkannten Titel, der nach klaren Standards vergeben wird. Die Unterschiede liegen heute weniger im Titel selbst, sondern im Profil der Hochschule und der Ausrichtung des Studiums.

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