Können Hunde menschlichen Stress riechen?

Ja, Hunde können Stress wirklich riechen – und das ist keine Metapher, sondern wissenschaftlich belegt. Mit ihrer über tausendmal empfindlicheren Nase als der Mensch nehmen sie Veränderungen im Körpergeruch wahr, die entstehen, wenn jemand gestresst ist. Schon nach kurzer Zeit können sie zwischen der Ausdünstung eines ruhigen und eines angespannten Menschen unterscheiden, sogar wenn sie ihn nicht kennen.

Forscher haben in Studien menschliche Probanden einer stressigen Aufgabe unterzogen, zum Beispiel ein kompliziertes Rätsel lösen unter Zeitdruck. Anschließend sammelten sie Luftproben aus dem Atem und der Haut und ließen Hunde daran schnuppern. Die Tiere zeigten mit großer Treffsicherheit an, wann und bei wem Stress auftrat. Interessant: Der Geruch von Stress entsteht durch feine chemische Veränderungen im Schweiß und in der Atemluft, die für uns unsichtbar – für Hunde aber deutlich wahrnehmbar – sind.

Diese Fähigkeit hat praktische Folgen. Besonders bei Assistenzhunden, die Menschen mit psychischen Erkrankungen begleiten, spielt sie eine große Rolle. Sie können frühzeitig erkennen, wenn ihr Besitzer in eine Panikattacke gerät, und rechtzeitig eingreifen – etwa durch Beruhigungskontakt oder das Alarmieren Dritter.

Doch nicht nur Hunde sind darauf empfänglich: Auch Menschen können Stress bei anderen riechen, zumindest in Experimenten. Der Geruch von gestressten Personen löst bei Zuschauern oft eine unbewusste Anspannung aus – ein Hinweis darauf, dass Gerüche unsere Emotionen stärker beeinflussen, als wir denken. Bei Hunden aber ist diese Gabe besonders ausgeprägt. Sie riechen, was wir fühlen – oft, bevor wir es selbst bemerken.

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