Erkennt man ChatGPT-Texte wirklich so leicht?

Wenn Studierende versuchen, mit Hilfe von KI wie ChatGPT ihre Aufsätze schreiben zu lassen, könnten sie damit schneller auffliegen, als gedacht. Laut einer Studie der Cambridge University Press and Assessment vom 28.03.2024 weisen Texte, die vom KI-Tool verfasst wurden, bestimmte sprachliche Muster auf, die aufmerksamen Lehrkräften auffallen können.

So zeigten Forscher, dass häufige Wortwiederholungen und Tautologien – also sich wiederholende Aussagen mit anderen Worten – typisch für den ChatGPT-Stil sind. Auch die Angewohnheit, viele Absätze mit „jedoch“ oder „allerdings“ zu beginnen, gilt als verräterisches Merkmal. Diese monotonen Strukturen machen den Text flach und vorhersehbar.

Der Gesamtstil wird in der Studie als „langweilig“ und „journalistisch“ beschrieben – sachlich, aber ohne Tiefe oder originellen Ausdruck. Während menschliche Autoren oft unterschiedliche Satzlängen, kreative Formulierungen oder persönliche Nuancen einbringen, tendiert ChatGPT zu einer gleichförmigen, neutralen Sprache, die zwar korrekt ist, aber fehlende Eigenständigkeit verrät.

Lehrerinnen und Lehrer, die Aufsätze bewerten, können solche Muster also gezielt beobachten – besonders wenn ein plötzlicher Qualitätsabfall oder ein ungewöhnlicher Sprachstil im Vergleich zu früheren Arbeiten auffällt. Es geht dabei nicht nur um das Auffinden von Plagiaten, sondern um ein besseres Verständnis dafür, wie KI den Schreibprozess beeinflusst.

Trotz der Fortschritte in der KI bleibt menschliche Originalität schwer zu kopieren. Und genau das – Individualität, emotionale Tiefe, überraschende Gedankengänge – ist es, was einen echten Text von einem künstlichen unterscheidet.

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