Was ist Atychiphobie?

Atychiphobie – ein Wort, das auf den ersten Blick klingt wie aus einem medizinischen Fachbuch – beschreibt im Grunde eine Angst, die viele Menschen kennen, ohne ihr einen Namen zu geben: die Angst vor dem Scheitern.

Der Begriff setzt sich aus dem griechischen „Tychos“ für „Unfall“ oder im übertragenen Sinne „Misserfolg“ und „Phobos“ für „Furcht“ zusammen. Wer unter Atychiphobie leidet, hat nicht einfach nur Respekt vor Risiken – er fürchtet echte Konsequenzen: Kritik, Ablehnung, den Verlust von Ansehen oder sogar die eigene Zukunft. Diese Angst kann so stark sein, dass man sich lieber gar nicht erst auf etwas Neues einlässt, aus Angst, nicht gut genug zu sein.

Im Alltag zeigt sich das zum Beispiel darin, dass jemand eine Beförderung nicht annimmt, obwohl er qualifiziert ist, oder sich nicht bei einem Traumjob bewirbt. Es geht nicht um Bequemlichkeit, sondern um eine tief sitzende Sorge, versagen zu könnten – nicht vor anderen, sondern vor sich selbst.

Viele, die unter Atychiphobie leiden, sind keineswegs unsicher oder unmotiviert. Ganz im Gegenteil: Oft sind es besonders engagierte Menschen, die hohe Ansprüche an sich stellen. Doch diese innere Perfektion wird zur Falle, wenn der Druck, Fehler zu vermeiden, größer wird als der Wunsch, etwas zu wagen.

Die gute Nachricht: Wie jede tief verwurzelte Angst lässt sich auch die Angst vor dem Scheitern angehen – durch Selbstreflexion, offene Gespräche oder gegebenenfalls mit Unterstützung. Denn wer lernt, Fehler als Teil des Weges zu akzeptieren, gewinnt mehr als Sicherheit: Er gewinnt Freiheit.

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