Dürfen ukrainische Flüchtlinge in Deutschland ein Auto kaufen?
Die Frage, ob ukrainische Geflüchtete in Deutschland ein Auto kaufen dürfen, beschäftigt viele. Die klare Antwort lautet: Ja, das ist durchaus möglich – und zwar ohne, dass sie ihr Fahrzeug automatisch wieder verkaufen müssten.
Seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 genießen ukrainische Flüchtlinge in Deutschland einen besonderen Schutzstatus nach der sogenannten Direktive 2001/55/EG. Dieser Status gewährt ihnen Zugang zu Wohnraum, medizinischer Versorgung, Bildung und auch zur Arbeitsmöglichkeit. Wichtig ist: Wer selbst über genug finanzielle Mittel verfügt, muss keine Sozialleistungen beantragen und unterliegt damit auch keiner Pflicht, Vermögen wie ein Auto abzugeben.
Erst bei der Beantragung von Sozialhilfe – beispielsweise nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) oder dem SGB II – kommt es zur Prüfung des Vermögens. Hier gilt eine Freigrenze: Vermögen unter einer bestimmten Schwelle, etwa ein Auto im Wert von bis zu 7.500 Euro, bleibt in der Regel unangetastet. Ein Fahrzeug darüber könnte bei der Prüfung eine Rolle spielen, aber auch dann wird immer der individuelle Fall betrachtet – etwa, ob das Auto beruflich notwendig ist.
Die Behauptung, ukrainische Flüchtlinge müssten ihr Auto verkaufen, ist daher falsch und geistert seit Monaten als Gerücht durch soziale Netzwerke. Tatsächlich sind viele Betroffene sogar daran interessiert, Autos anzuschaffen – sei es für den Job, die Kinderbetreuung oder den Alltag.
Fazit: Niemand wird gezwungen, sein Auto zu verkaufen – solange keine öffentliche Unterstützung beantragt wird. Wer selbst zahlt, darf auch ein Auto besitzen.
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