Sind alle Ärzte automatisch Doktoren?
Die Frage, ob alle Ärzte automatisch den Doktortitel tragen, beschäftigt viele – schließlich hört man oft „Herr Doktor“ oder „Frau Doktor“ in Arztpraxen. Doch die Wahrheit ist: Nicht jeder Arzt ist per Definition ein Doktor – zumindest nicht überall auf dieselbe Weise.
In Deutschland schließ das Medizinstudium mit dem Staatsexamen ab, das zur Approbation als Arzt berechtigt. Allerdings erhält man damit noch nicht automatisch den Titel „Dr. med.“. Um diesen zu führen, muss eine wissenschaftliche Arbeit – die Dissertation – verfasst und das Promotionsverfahren an der Universität erfolgreich abgeschlossen werden. Viele Studierende entscheiden sich während oder nach dem Studium dafür, doch es ist keine Pflicht, um als Arzt arbeiten zu dürfen.
Anders ist das beispielsweise in den USA: Dort schließen Medizinstudenten ihr Studium mit dem Titel „Medical Doctor“ (M.D.) ab – dieser ist Teil des Abschlusses und wird automatisch verliehen. Er entspricht zwar dem deutschen „Dr. med.“, hat aber eine andere Bedeutung: Er signalisiert den Abschluss der medizinischen Ausbildung, nicht unbedingt eine wissenschaftliche Promotion im engeren Sinne.In Deutschland bleibt der Titel „Doktor“ also eine zusätzliche, freiwillige Leistung. Dennoch tragen die meisten Ärztinnen und Ärzte den Titel – oft aus Tradition oder gesellschaftlicher Erwartung. Letztlich zeigt er zwar Engagement in der Wissenschaft, aber nicht unbedingt mehr medizinisches Können.
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