Sind Bärte sexistisch?
Die Frage, ob Männer mit Bart eher zu sexistischen Einstellungen neigen, klingt zunächst merkwürdig – doch sie ist ernst gemeint und wurde tatsächlich erforscht. In einer Studie aus dem Jahr 2017 wurden Männer hinsichtlich ihres Barttragens und ihrer Haltung zum Thema Geschlechterrollen untersucht. Die Ergebnisse waren überraschend.
In einer der untersuchten Gruppen zeigte sich kein Zusammenhang zwischen Bartwuchs und sexistischen Ansichten – weder feindseligem noch wohlwollendem Sexismus. Doch in der zweiten Gruppe tauchte ein interessanter Trend auf: Männer mit Bart, besonders mit einem kurzen Vollbart, wiesen geringeren wohlwollenden Sexismus auf. Das bedeutet: Sie neigten weniger dazu, Frauen auf eine vermeintlich schützende, aber letztlich bevormundende Weise zu idealisieren – etwa mit Aussagen wie „Frauen brauchen einen starken Mann an ihrer Seite“.
Feindseliger Sexismus, also offene Abwertung von Frauen, war bei Bartträgern in keinem Fall stärker ausgeprägt. Tatsächlich deuten die Ergebnisse eher darauf hin, dass Bartträger – gerade mit bestimmten Bartformen – offener und gleichberechtigter gegenüber Frauen eingestellt sein könnten. Das wirft ein komplett anderes Licht auf das vermeintliche „Bärtchen-Bild“ des konservativen, frauenverachtenden Machos.
Zwar sind solche Studien kein endgültiger Beweis, aber sie zeigen: Äußeres wie ein Bart sagt wenig über die inneren Überzeugungen eines Menschen aus. Wer einen Bart trägt, ist nicht automatisch rückwärtsgewandt – ganz im Gegenteil. Manchmal verbirgt sich hinter dem Bart sogar ein moderner, respektvoller Umgang mit Geschlechterrollen.
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