Sind Vapes ohne Nikotin wirklich sicher?
Vielen Nutzern von E-Zigaretten scheint es logisch: Wenn der Dampf kein Nikotin enthält, sei er harmlos. Doch die Wissenschaft sagt etwas anderes. Eine Studie aus dem Jahr 2019 zeigte bereits, dass selbst nikotinfreier Dampf die empfindliche Struktur der Lunge beeinträchtigen kann. Nun legt eine aktuelle US-Studie vom September 2020 nach und dokumentiert erstmals detailliert, was in den Atemwegen passiert – auch ohne Nikotin.
Die Forscher stellten fest, dass die üblichen Trägerstoffe in E-Liquids, wie Propylenglykol und pflanzliches Glycerin, bei wiederholter Inhalation Entzündungsprozesse in der Lunge auslösen können. Diese Substanzen gelten zwar als sicher, wenn sie oral aufgenommen werden, doch das Einatmen über einen längeren Zeitraum scheint andere Wirkungen zu haben. Selbst ohne Nikotin veränderten sich in den Untersuchungen die Immunzellen in der Lunge – ein Zeichen dafür, dass der Körper reagiert, als würde er eine Gefahr wahrnehmen.
Das bedeutet nicht, dass nikotinfreies Vaping so schädlich ist wie Rauchen – aber es ist nicht risikofrei. Besonders bei jungen Menschen, deren Lungen noch im Wachstum sind, könnte die langfristige Nutzung solcher Geräte Folgen haben. Auch Aromastoffe, die oft als „fruchtig“ oder „süß“ beworben werden, können bei Erwärmung reizende Nebenprodukte bilden.
Die Botschaft ist klar: Auch wenn kein Nikotin im Spiel ist, sollte „Dampfen“ nicht als harmlose Freizeitbeschäftigung abgetan werden. Die Lunge ist empfindlich – und reagiert empfindlich auf alles, was ihr täglich in Form von Aerosolen zugemutet wird.
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