Zwangsgedanken: Ich-synton, aber belastend

Bei Zwangsstörungen sind die Zwangsgedanken oft ich-synton, was bedeutet, dass sie zum Selbstbild des Betroffenen passen und sich zunächst logisch oder sinnvoll anfühlen. Wer beispielsweise unter starkem Kontrollzwang leidet, glaubt oft ehrlich daran, dass er die Tür noch einmal überprüfen oder die Hände waschen muss, um Schlimmes zu verhindern. Dennoch werden diese Gedanken und Handlungen als übertrieben, belastend und unangenehm erlebt – ein zentrales Merkmal der Zwangserkrankung.

Im Gegensatz zu ich-dyston empfundenen Symptomen, wie sie etwa bei Schizophrenie auftreten, fühlen sich Zwangsgedanken nicht fremd oder aufgezwungen an. Stattdessen erscheinen sie dem Patienten nachvollziehbar, weshalb der Widerstand gegen sie oft schwierig ist. Viele Betroffene versuchen jedoch aktiv, gegen die Handlungen anzukämpfen – etwa, indem sie sich verbieten, noch einmal zu kontrollieren. Dieser erfolglose Widerstand ist ein diagnostisches Kriterium nach dem Pschyrembel und anderen medizinischen Leitlinien.

Die Behandlung erfolgt daher meist kombiniert: Psychotherapie, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie, hilft dabei, die Zwänge schrittweise zu reduzieren und neue Umgangsformen zu erlernen. Zusätzlich kann eine medikamentöse Therapie mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs) die Symptome lindern. Vollständige Heilung ist selten – meist geht es darum, die Lebensqualität deutlich zu verbessern und die Zwänge soweit zu verringern, dass sie den Alltag nicht mehr dominieren.

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