Wann wird das Passiv im Deutschen verwendet?
Im Deutschen spricht man von Passiv, wenn die Handlung im Vordergrund steht – nicht die Person, die sie ausführt. Statt zu fragen: „Wer tut etwas?“, fragt man: „Was passiert?“. Ein typisches Beispiel ist der Satz: Der Ball wird geschossen. Hier interessiert nicht, wer genau den Ball geschossen hat, sondern dass der Ball bewegt wird.
Das Passiv wird besonders häufig in formellen Texten, Berichten oder wissenschaftlichen Arbeiten verwendet, wo es oft unwichtig oder unbekannt ist, wer für eine Handlung verantwortlich ist. Statt „Jemand hat das Fenster geöffnet“ sagt man dann: Das Fenster wurde geöffnet. So rückt die Tat selbst ins Zentrum.
Die Bildung des Passivs ist relativ einfach: Man verwendet eine Form des Hilfsverbs werden und das Partizip Perfekt des jeweiligen Verbs. Bei „machen“ heißt das dann: Der Bericht wird gemacht. Im Präteritum: Der Bericht wurde gemacht.
Es gibt zwei Arten von Passiv im Deutschen: das Vorgangspassiv, das die Handlung betont („Der Kuchen wird gebacken“), und das Zustandspassiv, das einen Zustand beschreibt („Der Kuchen ist gebacken“). Letzteres verwendet das Hilfsverb sein statt werden.
Wer also klare, sachliche Sätze bilden möchte – besonders wenn der Täter nicht bekannt oder unwichtig ist –, greift im Deutschen oft zum Passiv. Es macht die Sprache präziser und objektiver, besonders wenn es um Prozesse, Technik oder offizielle Mitteilungen geht.
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