Wann darf eine Reanimation beendet werden?

Die Entscheidung, eine Reanimation abzubrechen, gehört zu den emotional und ethisch schwierigsten Momenten im Rettungsdienst und in der Notfallmedizin. Grundsätzlich gibt es in Deutschland keinen starren, gesetzlich definierten Zeitrahmen, der sekundengenau vorschreibt, wie lange Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen. Jeder Notfall muss individuell und unter Berücksichtigung der Gesamtsituation des Patienten bewertet werden.

Medizinische Leitlinien und Erfahrungswerte bieten den Einsatzkräften jedoch wichtige Orientierungspunkte. Als fachliche Richtlinie gilt, dass ein Abbruch der Reanimation in Betracht gezogen werden kann, wenn selbst nach 30 bis 40 Minuten erweiterter Wiederbelebungsmaßnahmen keinerlei Lebenszeichen des Patienten zurückkehren. Zu diesen entscheidenden Zeichen zählen beispielsweise ein einsetzender Hustenreflex, das Einsetzen der Spontanatmung oder messbare Herzaktionen.

Neben der reinen Zeitdauer spielen auch andere Faktoren eine wesentliche Rolle für das Einstellen der Maßnahmen. Wenn sich herausstellt, dass eine irreversible Todesursache vorliegt – wie etwa schwerste, mit dem Leben nicht vereinbarebare Verletzungen – oder wenn eine eindeutige und rechtlich bindende Patientenverfügung vorliegt, die eine Reanimation in der aktuellen Situation explizit untersagt, wird die Wiederbelebung beendet. Das oberste Ziel bleibt es immer, Leben zu retten, während gleichzeitig ein sinnloses Hinauszögern des Sterbeprozesses vermieden werden muss.

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