Der schneereichste Winter in Deutschland – Mythos und Wirklichkeit

Im Februar liegen in Teilen Norddeutschlands bis zu 80 Zentimeter Schnee – eine Seltenheit, die Erinnerungen weckt. Viele denken sofort an den legendären Winter von 1978/79, als ganze Dörfer tagelang abgeschnitten waren, Schulen schlossen und die Straßen rutschig unter einer dicken Schneedecke verschwanden. Doch war dieser Winter wirklich der schneereichste in der deutschen Nachkriegsgeschichte?

Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) war der Winter 1978/79 zwar lang, kalt und prägend – aber nicht einzigartig. Ähnlich schwere und schneereiche Monate erlebte Deutschland auch in den kalten Wintern 1962/63, 1984/85 und 1986/87. In manchen Regionen fiel der Schnee damals sogar länger und intensiver als vor über vier Jahrzehnten.

Der Mythos vom „schwersten Winter aller Zeiten“ hält sich hartnäckig – vermutlich, weil die Erinnerung an weiße Weihnachten, Schlittenfahrten durch die Felder und den Alltag im Schnee besonders lebendig bleibt. Klimadaten zeigen jedoch, dass extreme Winter immer wieder vorkamen, auch wenn sie heute durch die wärmere Durchschnittstemperatur seltener werden.

Der Winter 2022/23 etwa erinnerte mit langanhaltenden Schneefällen in Schleswig-Holstein oder Niedersachsen an jene früheren Jahre. Doch statt von Rekorden zu sprechen, zeigt die Geschichte: Der deutsche Winter kann noch immer überraschen – wenn auch nicht mehr so oft wie früher.

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