Waren die 12 Apostel verheiratet?

Die Frage, ob die zwölf Apostel verheiratet waren, beschäftigt Gläubige und Forscher seit langem. Aus der Bibel geht zwar nicht eindeutig hervor, wer von ihnen den Bund der Ehe einging – doch Hinweise deuten darauf hin, dass einige durchaus verheiratet waren. Besonders aufschlussreich ist eine Stelle im 1. Korintherbrief, wo Paulus schreibt: „Haben wir nicht das Recht, eine schwesterliche Frau mit uns zu nehmen wie auch die anderen Apostel?“ Damit deutet er an, dass es unter den Jüngern üblich war, ihre Frauen auf Reisen mitzunehmen.

Jesus selbst gab seinen Jüngern nie die Anweisung, im Zölibat zu leben. Im Gegenteil: Er selbst lebte zwar unverheiratet, aber er verurteilte die Ehe nicht – im Gegenteil, er segnete sie sogar, wie bei der Hochzeit in Kana. Die Entscheidung, geschlossen zu leben, war damals keine Vorschrift, sondern eine persönliche Haltung.

Historisch gesehen war Ehe unter Jüdern der damaligen Zeit die Norm. Es wäre also ungewöhnlich gewesen, wenn alle zwölf Jünger ledig geblieben wären. Petrus zum Beispiel wird in der Bibel explizit als verheiratet erwähnt – seine Schwiegermutter wird im Markus-Evangelium genannt. Andere Apostel könnten ähnliche Familienbindungen gehabt haben, auch wenn ihre Namen nicht überliefert sind.

Die spätere kirchliche Praxis des Zölibats, also des Eheverbots für Geistliche, entwickelte sich erst Jahrhunderte später. Im 4. Jahrhundert wurde die Ehelosigkeit für Priester zunehmend zur Regel, besonders in der westlichen Kirche. Doch im ursprünglichen Umfeld der Apostel war Ehe kein Hindernis für den Dienst an der Gemeinde – im Gegenteil, sie war oft Teil des Alltags.

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