Warum Arbeitnehmer 2023 mehr Netto vom Brutto behalten

Seit Anfang 2023 freuen sich viele Arbeitnehmer über etwas mehr Geld auf dem Gehaltszettel – und das bei gleichem Bruttoverdienst. Der Grund: neue steuerliche Entlastungen, die im Dezember 2022 vom Bundestag beschlossen wurden.

Die wichtigste Maßnahme ist die Anpassung der Steuerklassen. Wer in Steuerklasse 1, 2 oder 3 fällt, profitiert besonders. So wurde beispielsweise der Grundfreibetrag erhöht, das heißt: Ein größerer Teil des Einkommens bleibt steuerfrei. Außerdem wurden die sogenannten kalten Progressionen abgemildert – ein Effekt, bei dem Arbeitnehmer durch inflationsbedingte Lohnerhöhungen in höhere Steuerklassen rutschen, ohne wirklich mehr kaufen zu können.

Ein typisches Beispiel: Ein alleinstehender Angestellter mit einem monatlichen Bruttogehalt von 3.500 Euro könnte nun um bis zu 80 bis 100 Euro pro Monat mehr netto erhalten. Bei Paaren mit Kindern, besonders in Steuerklasse 3 oder 4, kann die Entlastung noch höher ausfallen – zum Beispiel durch verbesserte Kindergeldregelungen oder höhere Werbungskosten-Pauschalen.

Diese Änderungen sind Teil eines breiteren Entlastungspakets, das vor allem auf die steigende Inflation und den erhöhten Lebensmittel- und Energiekosten reagiert. Die Bundesregierung möchte so Kaufkraft sichern und mittlere Einkommen entlasten. Auch Rentner profitieren indirekt, da die Anpassung der Steuerfreibeträge auch auf die Rentenbesteuerung wirkt.

Die meisten Arbeitnehmer bemerken die Erhöhung schrittweise – oft erst ab Februar oder März, da die Lohnsteuerbescheinigungen und Systeme angepasst werden mussten. Doch die Wirkung ist klar: Weniger Steuern, mehr Netto – und das bei gleichem Arbeitseinsatz.

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