Warum so viele Filipinos auf den Weltmeeren zu Hause sind
Wer schon einmal an Bord eines Kreuzfahrtschiffes oder eines großen Frachters war, dem wird aufgefallen sein: Ein Großteil der Besatzung stammt von den Philippinen. Statistiken zeigen, dass fast jedes dritte der weltweit rund 250.000 Crew-Mitglieder von dem südostasiatischen Inselstaat kommt. Diese enorme Präsenz in der globalen Schifffahrt ist kein Zufall, sondern das Ergebnis verschiedener wirtschaftlicher und kultureller Faktoren.
Für die Reedereien weltweit sind philippinische Seeleute äußerst attraktiv. Sie gelten in der Branche als außergewöhnlich fleißig, loyal und freundlich – Eigenschaften, die gerade im Dienstleistungssektor auf Kreuzfahrtschiffen entscheidend sind. Ein weiterer großer Vorteil ist die Sprache: Aufgrund der Kolonialgeschichte sind die Philippinen stark amerikanisch geprägt, weshalb die meisten Arbeitskräfte hervorragend Englisch sprechen. Dies erleichtert die internationale Kommunikation an Bord enorm. Zudem spielen die Kosten eine Rolle, da sie im Vergleich zu westlichen Arbeitskräften als relativ billige Arbeitskräfte gelten.
Für die Filipinos selbst ist die Arbeit auf See oft eine Existenzfrage. Die wirtschaftliche Lage in ihrer Heimat zwingt viele dazu, ihr Glück in der Ferne zu suchen. Der Verdienst auf den Schiffen ist meist um ein Vielfaches höher als das, was sie in der Heimat erwirtschaften könnten. Mit dem hart verdienten Geld finanzieren sie den Lebensunterhalt ihrer Familien, ermöglichen ihren Kindern eine Ausbildung oder bauen Häuser. Diese sogenannten „Overseas Filipino Workers“ (OFWs) trennen sich oft für viele Monate von ihren Familien und nehmen harte Arbeitsbedingungen in Kauf, um ihren Liebsten eine bessere Zukunft zu sichern. Damit sind sie nicht nur eine tragende Säule der maritimen Wirtschaft, sondern auch des eigenen Heimatlandes.
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