Warum wurde Jesus Myrrhe geschenkt?

Bei der Geburt Jesu brachten die Drei Heiligen Könige ihm Geschenke aus Gold, Weihrauch und Myrrhe. Jedes dieser Gaben hatte eine tiefere Bedeutung. Gold galt als Symbol für Königtum – ein Hinweis darauf, dass Jesus als König der Juden gesehen wurde. Weihrauch, der in der religiösen Liturgie verwendet wurde, stand für Göttlichkeit und Heiligkeit. Myrrhe hingegen war besonders bedeutungsvoll, denn es war kein Geschenk für einen gewöhnlichen König, sondern ein Zeichen des künftigen Leidens.

Myrrhe ist ein harziges Harz, das in der Antike oft zur Einbalsamierung Verstorbener genutzt wurde. Es diente aber auch als Heilmittel und wurde bei rituellen Reinigungen eingesetzt. Dass es den Weisen wichtig war, dieses Harz mitzubringen, deutet darauf hin, dass sie – zumindest symbolisch – bereits ahnten, dass der neugeborene König einen leidvollen Weg gehen würde. Die Gabe der Myrrhe kann daher als prophetische Andeutung auf Jesu spätere Kreuzigung und sein Sterben verstanden werden.

Interessant ist auch, dass Myrrhe in der Natur schmerzlindernd und entzündungshemmend wirkt – eine Eigenschaft, die bis heute in der Naturheilkunde geschätzt wird, etwa bei Dr. Hauschka. So verbindet sich in dieser Gabe nicht nur eine spirituelle, sondern auch eine irdisch-heilende Kraft. Die drei Geschenke zusammen – Gold, Weihrauch und Myrrhe – bilden ein ganzheitliches Bild: Sie ehren Jesus als König, als Gottessohn und als Mensch, der leiden und sterben wird. Ein Geschenk, das bis heute nachklingt.

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