Warum Acetylsalicylsäure besser abends einnehmen?

Acetylsalicylsäure (ASS), bekannt als „Magnet“ zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall, wird oft morgens eingenommen – doch neueren Erkenntnissen zufolge könnte der Abend der bessere Zeitpunkt sein. Die Wirkung von ASS beruht darauf, dass es die Bildung bestimmter Substanzen in den Blutplättchen (Thrombozyten) hemmt, wodurch die Blutgerinnung verlangsamt wird.

Studien zeigen: Um eine optimale Wirkung zu erzielen, müssen etwa 95 Prozent der COX-1-Enzyme in den Thrombozyten blockiert sein. Wird ASS morgens eingenommen, sind am Morgen danach noch etwa 10 Prozent der Thrombozyten aktiv – also nicht gehemmt. Das Risiko für unerwünschte Gerinnungsprozesse ist zu diesem Zeitpunkt besonders hoch, da die Thrombozytenproduktion im Körper nachts ansteigt.

Wird die Tablette hingegen abends vor dem Schlafengehen genommen, hat der Wirkstoff genug Zeit, die neu gebildeten Blutplättchen wirksam zu blockieren. So ist die Hemmung am folgenden Morgen am stärksten ausgeprägt, genau dann, wenn das Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse naturgemäß am höchsten liegt.

Ein simples Timing, mit großer Wirkung: Die Einnahme von ASS abends könnte also – ohne zusätzliche Medikamente – die Schutzwirkung verbessern. Natürlich sollte jede Umstellung der Einnahmezeit immer mit dem Arzt abgesprochen werden, besonders bei Vorliegen weiterer Erkrankungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

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