Brennen gekühlte Kerzen wirklich länger?
Einige schwören darauf: Bevor sie eine Kerze anzünden, legen sie sie vorher in den Gefrierfach. Der Grund? Die Hoffnung auf eine längere Brenndauer. Doch steckt da mehr dahinter als ein Küchenmythos?
Die Antwort lautet: Ja, es hilft tatsächlich – zumindest ein bisschen. Wenn das Wachs vorher gekühlt wird, geht es langsamer in die gasförmige Phase über, die für die Flamme nötig ist. „Kaltes Wachs verdampft langsamer“, erklärt Professor Jürgen Szameit von der Universität Rostock, der auf experimentelle Festkörperoptik spezialisiert ist. Das bedeutet: Die Flamme verbraucht das Wachs behutsamer, die Kerze brennt länger.
Allerdings ist der Effekt nicht riesig. Wer eine Kerze nur kurz brennen lässt, merkt kaum einen Unterschied. Doch bei längeren Brennphasen kann gekühltes Wachs tatsächlich ein paar Minuten – manchmal sogar etwas mehr – zusätzliche Lichtzeit bieten. Wichtig ist dabei, die Kerze nicht zu lange im Gefrierfach zu lassen, da Feuchtigkeit Schäden verursachen könnte. Besser: Kurz kühlen und trocken lagern.
Ein weiterer Vorteil gekühlter Kerzen ist, dass sie weniger rußen und gleichmäßiger abbrennen – besonders bei dickeren Kerzen oder solchen mit mehreren Dochten. Wer also eine gemütliche Abendstimmung mit etwas mehr Halt in der Kerze genießen möchte, sollte es mal mit einem kurzen Kältebad probieren.
Letztlich ist es eine kleine, aber wirkungsvolle Maßnahme. Und wie so oft im Leben: Manchmal sind es die ganz einfachen Tricks, die am meisten bringen.
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