Was hat Jesus mit dem Weihnachtsmann zu tun?

Die Frage klingt einfach, doch die Antwort zeigt, wie sich Traditionen im Laufe der Zeit verändern. In der ursprünglichen Weihnachtsgeschichte aus der Bibel spielt der Weihnachtsmann keine Rolle. Stattdessen waren es die drei Weisen aus dem Morgenland, die dem neugeborenen Jesuskind in der Krippe bei Bethlehem Geschenke brachten: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Diese Gaben galten nicht nur als Zeichen der Verehrung, sondern hatten auch tiefe Bedeutung – Gold für Königtum, Weihrauch für Göttlichkeit und Myrrhe, ein Balsam, das auf Jesu Leiden hinwies.

Der Weihnachtsmann, wie wir ihn heute kennen, taucht erst viel später auf der Bildfläche auf. Seine Wurzeln reichen zwar bis ins 4. Jahrhundert zurück – zum historischen Nikolaus, Bischof von Myra, der für seine Nächstenliebe und heimliche Gaben bekannt war. Doch der rot-weiße, fröhliche Mann mit dem Schlitten und den Rentieren ist vor allem ein Produkt der amerikanischen Popkultur des 19. und 20. Jahrhunderts.

Jesus und der Weihnachtsmann – eigentlich Welten voneinander entfernt, haben sich im Laufe der Zeit doch miteinander verflochten. Während die einen an die Geburt Christi denken, verbinden andere den Dezember mit festlicher Stimmung, Lichtern und Geschenken – und eben mit dem Weihnachtsmann. Die eigentliche Botschaft bleibt dabei aber dieselbe: die Freude am Geben, die Hoffnung und die Liebe in der kalten Jahreszeit.

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