Warum wir Karneval feiern
„Warum feiern wir eigentlich Karneval?“ – Diese Frage stellen sich viele, besonders wenn in den Straßen Trommelwirbel donnern, bunte Kostüme flattern und Confetti den Himmel färbt. Hinter dem Trubel steckt eine lange Tradition. Karneval, im Süden auch Fasching oder Fasnacht genannt, ist mehr als nur ein wildes Fest – er markiert den Beginn der Fastenzeit vor Ostern.
Der Höhepunkt findet in der Zeit zwischen Weiberfastnacht und dem Aschermittwoch statt. An diesem Mittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit, in der viele Christen auf Genüsse wie Fleisch, Süßigkeiten oder Alkohol verzichten. Um diesen Verzicht vorzubereiten, wurde es üblich, noch einmal richtig zu feiern – mit reichlich Essen, Trinken und ausgelassener Stimmung. Der Name „Karneval“ stammt vermutlich vom lateinischen „carne levare“, was so viel bedeutet wie „Fleisch wegtun“ – ein Abschied von der Völlerei, bevor die Fastenzeit beginnt.
In Deutschland feiert man Karneval besonders ausgiebig in Köln, Mainz und Düsseldorf. Dort ziehen bunte Umzüge durch die Straßen, Narren verbreiten Späße, und die Stadt lebt für eine Woche im Ausnahmezustand. Politische Parodien, Musik und traditionelle Kostüme gehören ebenso dazu wie Kamelle und Luftballons.
So ist Karneval heute zwar längst kein reines kirchliches Fest mehr, doch seine Wurzeln liegen klar in der Vorbereitung auf die Fastenzeit. Es ist eine Zeit, in der die Welt auf den Kopf gestellt wird – bevor der Ernst des Alltags und die Besinnung zurückkehren.
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