Warum haben Inuit eine dunklere Haut?

Die Frage, warum Inuit – oft fälschlich als „Eskimos“ bezeichnet – eine dunklere Haut haben, klingt auf den ersten Blick seltsam, schließlich leben sie in einer Region mit wenig Sonnenlicht. Doch die Antwort liegt in der Geschichte ihrer Wanderung.

Inuit stammen ursprünglich aus Asien und zogen vor weniger als 5.000 Jahren in die arktischen Regionen von Nordamerika. Ihre Vorfahren lebten in Gebieten mit viel stärkerer Sonneneinstrahlung, wo eine dunklere Haut einen natürlichen Schutz vor UV-Strahlung bietet. Nach ihrer Wanderung in den Norden blieb jedoch nicht genug Zeit für eine vollständige Anpassung der Hautfarbe an die neuen, sonnenärmeren Bedingungen.

Bei anderen Bevölkerungsgruppen, die schon Zehntausende von Jahren in gemäßigten oder kalten Klimazonen leben, hat sich die Haut im Laufe der Evolution heller entwickelt, um Vitamin D besser bilden zu können. Bei den Inuit hat dieser Prozess noch nicht vollständig stattgefunden. Ihre genetische Veranlagung zur dunkleren Pigmentierung blieb also weitgehend erhalten.

Interessanterweise spielen Ernährung und Lebensweise hier ebenfalls eine Rolle: Der traditionelle Inuit-Alltag mit viel Fisch und Robbenfleisch liefert reichlich Vitamin D, wodurch der Druck für eine hellere Haut – als Anpassung an schwaches Sonnenlicht – weniger groß war. So war es nicht zwingend nötig, dass sich die Haut rasch veränderte.

Die dunklere Haut der Inuit ist also ein lebendiges Beispiel dafür, wie langsame evolutionäre Prozesse auf menschliche Migration reagieren – und wie nah die Vergangenheit noch an der Gegenwart ist.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen