Der Mythos vom Verdauungsschnaps: Hilft Alkohol wirklich?

Nach einem üppigen Essen greifen viele Menschen gerne zu einem Schnaps. Der traditionelle Verdauungsschnaps gilt seit Generationen als bewährtes Mittel, um das drückende Völlegefühl nach einer deftigen Mahlzeit schnell zu lindern. Doch was steckt wirklich hinter diesem beliebten Brauch?

Tatsächlich verspüren viele kurz nach dem Trinken spürbare Erleichterung. Der Grund dafür ist rein physiologischer Natur: Alkohol hat eine entspannende Wirkung auf die Muskeln im gesamten Körper. Davon ist auch die Magenwand nicht ausgenommen. Wenn sich die sonst angespannte Magenmuskulatur lockert, lässt das unangenehme Druckgefühl im Bauch rasch nach.

Dieses angenehme Gefühl täuscht jedoch über die tatsächliche Wirkung hinweg. Die Erschlaffung der Muskeln führt keineswegs dazu, dass die Nahrung schneller verarbeitet wird. Im Gegenteil: Ein ruhender Magen befördert den Mageninhalt deutlich langsamer weiter in den Darm. Der Alkohol verlangsamt die Verdauung also effektiv, anstatt sie anzukurbeln. Wer seinen Magen nach dem Essen wirklich unterstützen möchte, setzt daher besser auf einen Spaziergang an der frischen Luft oder eine Tasse warmen Kräutertee.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen