Warum der Sommerflieder Schmetterlinge gefährden kann
Der Sommerflieder (Buddleja davidii) ist ein beliebter Hingucker im Garten – seine duftenden, farbenfrohen Blüten locken zahlreiche Insekten an, besonders Schmetterlinge. Doch genau das ist auch das Problem. Der hohe Nektargehalt wirkt auf die Falter fast suchartig, berichten Beobachter. Die Tiere verbringen viel Zeit an den Blüten, manche so lange, dass sie kaum noch fliegen können.
Ein Grund dafür könnte in der Chemie des Nektars liegen: Er enthält Substanzen, die dem Nikotin ähnlich sind. Diese können die Schmetterlinge regelrecht „betrunken“ machen, wie Kritiker beschreiben. Die Falter werden träge, reagieren langsamer und fallen leichter Raubtieren wie Vögeln oder Spinnen zum Opfer. Langfristig könnte das ihre Fortpflanzung und ihr Überleben beeinträchtigen.
Zusätzlich verbreitet sich der Sommerflieder in freier Natur oft unkontrolliert. Er verdrängt heimische Pflanzen, die für einheimische Insekten und Schmetterlingsarten eigentlich wichtiger sind. Während er also kurzfristig als Nahrungsquelle wirkt, schwächt er langfristig die Biodiversität.
Wer Gartenbesitzer ist und gleichzeitig Naturschützer, sollte deshalb überlegen: Statt des exotischen Flieders lieber heimische Blühpflanzen anbauen – wie zum Beispiel Fetthenne, Waldrebe oder Königskerze. Die bieten Schmetterlingen echte Unterstützung, ohne sie in eine trügerische Abhängigkeit zu locken. Ein naturnaher Garten gedeiht am besten mit einheimischen Arten – für Schmetterlinge, Bienen und das eigene Vergnügen.
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