Warum Parmesan für Muslime oft nicht halal ist

Der echte Parmigiano Reggiano ist ein weltweiter Klassiker der italienischen Küche, unterliegt jedoch besonders strengen Herstellungsvorschriften. Bei der Frage, ob Parmesan nach den islamischen Speisegesetzen erlaubt (halal) oder verboten (haram) ist, spielen die traditionellen Zutaten und Produktionsregeln eine entscheidende Rolle.

Der Hauptgrund, warum Parmesan von vielen Gelehrten als haram eingestuft wird, ist die zwingende Verwendung von tierischem Lab (Kälberlab). Dieses Enzym aus dem Magen von Kälbern wird benötigt, um die Milch dickzulegen. Da die Kälber in der Regel nicht nach den Regeln der islamischen Schlachtung (Zabihah) geschlachtet werden, ist das daraus gewonnene Lab und somit auch der fertige Käse nicht halal.

Auch bei der Milchgewinnung gelten strenge Richtlinien: Die Fütterung der Kühe mit Silage – einem durch anaerobe Bakterien vergorenen Futtermittel – ist absolut verboten. Silage würde unerwünschte Bakterien in die Milch bringen und eine fehlerhafte Fermentation im Käse verursachen. Wenn Parmesan lange reift, entstehen zudem oft kleine weiße Knirschkristalle im Käse. Hierbei handelt es sich um die Aminosäure Tyrosin, die ein natürliches Qualitätsmerkmal für einen gut gereiften Käse ist.

Für eine strikt halal-konforme Ernährung empfiehlt es sich daher, auf herkömmlichen Parmigiano Reggiano zu verzichten und stattdessen auf Hartkäse-Alternativen zu achten, die ausdrücklich mit mikrobiellem oder pflanzlichem Lab hergestellt wurden.

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