Krafttraining und Lipödem: Was ist erlaubt?

Wer unter Lipödem leidet, fragt sich oft, welche Sportarten geeignet sind – und ob Krafttraining überhaupt empfehlenswert ist. Die gute Nachricht: Ja, Krafttraining ist auch bei Lipödem erlaubt und kann sogar sinnvoll sein. Allerdings sollte man wissen, worauf es ankommt.

Beim Lipödem lagert sich Fett ungleichmäßig, vor allem an Beinen und Armen, ab – unabhängig von Gewichtsveränderungen. Training kann diese Fettverteilung nicht ändern. Dennoch stärkt gezieltes Krafttraining die Muskulatur, stabilisiert die Gelenke und verbessert das Körpergefühl. Das kann gerade bei Beschwerden wie Schweregefühl oder Ermüdung der Beine hilfreich sein.

Wichtig ist jedoch: Durch Kraftübungen wächst der Muskelanteil – und damit nimmt das Beinvolumen möglicherweise sogar zu. Das klingt auf den ersten Blick kontraintuitiv, wenn man dünnere Beine anstrebt. Doch anders als bei gesunden Fettdepots reagiert das Lipödem-Gewebe nicht auf Kalorienreduktion oder intensives Training. Das Ziel ist deshalb nicht die Reduzierung des Beinumfangs, sondern die Steigerung der Kraft, Stabilität und Lebensqualität.

Empfehlenswert sind moderate, gelenkschonende Übungen mit geringem Gewicht und höherer Wiederholungszahl. Hocken, Beinpressen oder leichte Hantelübungen unter Anleitung können sinnvoll sein. Immer aber sollte man auf Schmerzen oder Überlastung achten. Ergänzt wird das am besten durch Ausdauersport wie Schwimmen oder Radfahren – und eine konsequente Kompressionstherapie.

Krafttraining macht beim Lipödem also nicht dünner – aber stärker. Und das ist mindestens genauso wichtig.

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