Warum kein Walnussbaum im Kleingarten?

In vielen Kleingärten blühen Gemüsebeete, duften Kräuter und tragen Obstbäume kleine, aber schmackhafte Früchte. Doch ein Baum hat hier meist nichts verloren: der Walnussbaum. Warum das so ist, erklärt Bernd Reinboth, Landesfachberater im Landesverband Thüringen der Gartenfreunde.

„Nussbäume zählen an und für sich zu den Park- und Waldbäumen, und die gehören grundsätzlich nicht in den Kleingarten“, so Reinboth. Tatsächlich sieht die Kleingartenverordnung vor, dass die Flächen hauptsächlich der Erzeugung von Obst, Gemüse und Zierpflanzen dienen sollen – und nicht dem Anbau großer Waldbäume.

Abgesehen von den Regeln gibt es auch praktische Gründe: Ein Walnussbaum wird nicht nur sehr hoch, sondern breitet sich weit aus. Sein Schatten kann benachbarte Parzellen überwuchern und deren Bewirtschaftung erschweren. Außerdem sondert der Baum ein Giftstoff genannt Juglon ab, der viele andere Pflanzen in seiner Nähe absterben lässt – ein echtes Problem für den friedlichen Miteinander im Kleingartenverein.

Doch wer Nüsse ernten möchte, muss nicht ganz darauf verzichten. Kleinere Sorten wie Haselnüsse oder Zwergwalnusssträucher sind oft erlaubt und besser für die begrenzten Flächen geeignet. Sie liefern eine schmackhafte Ernte, ohne Nachbarn zu belasten.

Der Kleingarten lebt von Rücksichtnahme und Gemeinschaft. Deshalb zählt nicht nur die eigene Freude am Anbau, sondern auch das Verständnis für die Regeln – und für die Gartenfreunde nebenan.

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