Warum Käse so verführerisch ist
Wer schon mal versucht hat, nach einem Stück Gouda oder einem Teller Käseplatte „einmal reicht“ zu sagen, kennt das Phänomen: Man isst einen Bissen – und plötzlich will man mehr. Die Ursache liegt nicht nur im Geschmack, sondern in einer chemischen Reaktion im Körper. Hinter der Käse-Verlockung steckt ein Stoff namens Casomorphin, der beim Verdauen von Milchprotein entsteht.
Wenn wir Käse essen, wird das im Käse enthaltene Casein im Magen abgebaut. Dabei entsteht Casomorphin – eine natürliche Substanz, die an die Opioid-Rezeptoren im Gehirn andockt. Das klingt dramatisch, ist aber ein ganz normaler biochemischer Vorgang. Die Folge: Das Gehirn schüttet Dopamin aus, den Botenstoff für Wohlgefühl und Belohnung. Genau das erklärt, warum sich der Genuss von Käse so befriedigend anfühlt – und warum wir oft nicht aufhören können, wenn wir erst mal angefangen haben.
Interessanterweise ist dieser Effekt bei Käse stärker ausgeprägt als bei anderen Milchprodukten, weil der Käseherstellungsprozess das Casein konzentriert. Je länger ein Käse reift, desto mehr fettreich und intensiv im Geschmack ist er – und umso eher verführt er zum Nachschenken. Ob das jetzt „süchtig“ im medizinischen Sinn macht, ist fraglich. Doch dass Käse unsere Sinne triff und das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert, ist mehr als nur ein Ammenmärchen.
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