Warum Quallen warme Meere lieben

Im Sommer wird es oft ungemütlich am Strand: Quallen tauchen vermehrt in Küstennähe auf. Ein Grund dafür ist das warme Wasser. Während viele Meeresbewohner mit steigenden Temperaturen kämpfen, fühlen sich Quallen besonders wohl.

Weniger Sauerstoff – kein Problem für Quallen

In warmem Wasser löst sich weniger Sauerstoff als in kaltem. Für Fische und viele andere Meerestiere wird es dann eng – sie brauchen reichlich Sauerstoff zum Überleben. Quallen hingegen kommen damit gut zurecht. Ihr durchscheinendes, gallertartiges Gewebe kann Sauerstoff speichern und verbraucht gleichzeitig nur sehr wenig. Dadurch haben sie in wärmeren Gewässern sogar einen Vorteil gegenüber anderen Arten.

Dazu kommt: Warme Temperaturen fördern das Wachstum von Plankton, der Hauptnahrung vieler Quallen. Wenn das Plankton blüht, blühen auch die Quallen – sie vermehren sich schneller und verbreiten sich weiter.

Ein Zeichen der Zeit?

Immer häufiger beobachten Forscher große Quallenansammlungen in Regionen, wo früher kaum welche waren. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich die Meere erwärmen. Quallen sind Anpassungskünstler – sie profitieren von Veränderungen, die anderen Tieren schwer zu schaffen machen.

Während Badende also aufpassen müssen, zeigt das Auftreten der Quallen, wie empfindlich das Gleichgewicht im Meer ist. Sie sind nicht nur unangenehme Gäste, sondern auch stille Zeugen des Klimawandels.

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