Warum viele Arztpraxen einen Aufnahmestopp verhängen

Wer aktuell auf der Suche nach einem neuen Haus- oder Facharzt ist, stößt immer häufiger auf verschlossene Türen. Viele Praxen sind überlastet und verhängen einen strikten Aufnahmestopp für neue Patientinnen und Patienten. Die Gründe dafür sind vielschichtig, doch eine gesetzliche Änderung hat die Situation seit Anfang 2023 spürbar verschärft.

Ein entscheidender Faktor ist der Wegfall der sogenannten Neupatientenregelung im Januar 2023. Diese war erst 2019 eingeführt worden, um Ärzten einen finanziellen Anreiz zu bieten, zusätzliche Termine freizuhalten und mehr Menschen zu behandeln. Praxen konnten die Behandlung von neuen Patienten dadurch gesondert und außerhalb der sonst üblichen Budgetierung abrechnen. Mit dem Wegfall dieser Sondervergütung fehlt nun in vielen Praxen die wirtschaftliche Basis, um das ohnehin schon überlastete Personal noch weiter zu fordern.

Zusätzlich kämpft das deutsche Gesundheitssystem mit einem handfesten Strukturproblem. Der demografische Wandel sorgt dafür, dass die Bevölkerung immer älter wird und der Behandlungsbedarf steigt. Gleichzeitig gehen viele niedergelassene Ärzte in den Ruhestand, ohne dass rechtzeitig Nachfolger gefunden werden. Der verbleibende administrative Aufwand und der akute Fachkräftemangel beim medizinischen Personal führen dazu, dass Ärzte schlichtweg keine Kapazitäten mehr haben.

Für Betroffene bedeutet das oft lange Wartezeiten und frustration. Wer dringend Hilfe benötigt, kann sich an die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (Telefonnummer 116 117) wenden, die dabei helfen, zeitnah freie Termine in der Umgebung zu vermitteln.

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