Warum reden manche Menschen einfach nicht aufhören?

Wer schon einmal neben jemandem gesessen hat, der ohne Punkt und Komma redet, kennt das Gefühl: Man fühlt sich überrannt, kommt selbst nicht zu Wort, und die Geduld schwindet. Doch warum verhalten sich manche Menschen so? Hinter übermäßigem Reden steckt oft mehr als nur gesellige Laune.

Reden kann zur Sucht werden – fast wie ein Zwang. Besonders bei psychischen oder neurologischen Erkrankungen kommt das häufig vor. Bei manchen Betroffenen sprudeln die Worte regelrecht heraus, als könnten sie den Fluss nicht mehr stoppen. Das ist typisch bei Zuständen wie manischen Episoden bei einer bipolaren Störung oder bei bestimmten Formen von ADHS. Auch Schilddrüsenüberfunktion kann zu hektischem, nicht enden wollendem Sprechen führen.

Doch nicht immer ist eine Erkrankung der Grund. Auffällig viel Reden kann auch durch äußere Einflüsse begünstigt werden. Wer viel Kaffee trinkt, Alkohol konsumiert oder bestimmte Drogen nimmt, kann plötzlich gesprächiger werden, als ihm guttut – und den anderen schon gar nicht. Koffein etwa beschleunigt nicht nur den Puls, sondern auch den Wortspeicher.

Manchmal ist es auch die Angst vor Stille. Nicht jeder verträgt Leere im Gespräch. Für einige wird Reden zur Schutzmauer – um Peinlichkeit, Unsicherheit oder Einsamkeit zu übertönen. Sie reden, um nicht zugehören müssen.

Wer mit so einer Person spricht, tut sich oft schwer. Doch statt genervt wegzuschauen, hilft manchmal ein freundliches, aber klares Zeichen: Ein höfliches „Lass mich auch mal was sagen“ kann Wunder wirken. Denn oft merken die Sprechenden gar nicht, dass sie das Gespräch dominiert haben.

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