Butter bei die Fische – eine Redewendung mit norddeutschem Charme
„Butter bei die Fische“ – wer das sagt, meint eigentlich: Jetzt kommt das Wichtigste, jetzt wird es konkret. Doch woher kommt diese merkwürdige Redensart eigentlich? Die Antwort liegt im Norden Deutschlands.
In früheren Zeiten war Butter ein echter Luxus. Während Fisch für viele Menschen, besonders an der Küste, alltäglich auf dem Tisch stand, gehörte Butter lange Zeit zum Feinen, zum Besonderen. Wer seine Fische mit Butter zubereiten konnte, galt als wohlhabend – denn nur Reiche konnten sich solchen Überfluss leisten. Deshalb wurde „Butter bei die Fische“ zu einem Symbol dafür, dass etwas besonders, ganz besonders gut war – oder dass endlich die Wahrheit auf den Tisch kommt.
Heute benutzen wir den Ausdruck eher scherzhaft, wenn jemand endlich zur Sache kommt: „Komm, jetzt aber Butter bei die Fische!“ Dann ist klar: Es geht ums Ganze, um das Wesentliche, um Ehrlichkeit ohne Schnörkel. Die Redewendung hat also nichts mit Ablenkung zu tun, sondern mit Klarheit und Fülle – so, wie es nur die Wirklichkeit schafft, wenn man sie nicht beschönigt.
Ursprünglich also eine norddeutsche Beobachtung aus der Welt der Küchen und Speisekammern, ist sie heute Teil der gesamten deutschen Sprache – ein kleines kulinarisches Erbe mit überraschender Tiefgründigkeit.
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