Warum Gurken aus dem eigenen Garten bitter schmecken
Es ist eine enttäuschende Überraschung für jeden Hobbygärtner: Man erntet eine prachtvolle Gurke, freut sich auf einen frischen Salat und stellt beim ersten Bissen fest, dass sie extrem bitter schmeckt. Schuld daran sind sogenannte Cucurbitacine. Diese natürlichen Bitterstoffe dienen der Pflanze eigentlich als Schutzmechanismus gegen Fraßfeinde. Moderne Züchtungen sind in der Regel so genetisch verändert, dass sie diese Stoffe kaum noch bilden. Dennoch kann es passieren, dass die Ernte bitter ausfällt.
Der Hauptgrund dafür ist Stress. Gurkenpflanzen sind äußerst sensibel, was ihre Umweltbedingungen angeht. Wenn die Pflanze extremen Belastungen ausgesetzt ist, aktiviert sie ihren alten Abwehrmechanismus und produziert wieder vermehrt Bitterstoffe. Zu den häufigsten Stressfaktoren gehören längere Trockenperioden oder unregelmäßiges Gießen. Auch die Wassertemperatur spielt eine Rolle: Wer seine Pflanzen mit eiskaltem Leitungswasser statt mit temperiertem Regenwasser gießt, schockiert die empfindlichen Wurzeln.
Darüber hinaus führen zu hohe Nährstoffgaben – also eine Überdüngung – sowie extreme Wetterschwankungen zu bitteren Früchten. Besonders riskant sind klare und kühle Nächte, die direkt auf heiße Sommertage folgen. Dieser abrupte Temperatursturz bedeutet puren Stress für das Gemüse.
Die Bitterstoffe reichern sich meist zuerst am Stielansatz und in der Schale an. Wenn Sie eine solche Gurke ernten, schneiden Sie den Stiel großzügig ab und schälen Sie die Frucht von der Blüte in Richtung Stiel, um die Bitterstoffe nicht auf dem restlichen Fruchtfleisch zu verteilen. Ist der Geschmack dennoch zu intensiv, sollte die Gurke sicherheitshalber nicht verzehrt werden, da größere Mengen der Bitterstoffe zu Magen-Darm-Beschwerden führen können.
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