Warum die Tage nicht gleichmäßig länger werden
Ab dem 21. Dezember werden die Tage tatsächlich wieder länger – zumindest im Hinblick auf die Dauer des Tageslichts. Doch was viele überrascht: Die Verlängerung des Tages verläuft keineswegs gleichmäßig von einem Tag zum nächsten.
Der Grund dafür liegt in der besonderen Bewegung der Erde. Erstens folgt unsere Bahn um die Sonne nicht einem perfekten Kreis, sondern einer Ellipse. Dadurch bewegt sich die Erde je nach Zeitpunkt des Jahres unterschiedlich schnell – mal näher an der Sonne, mal weiter entfernt. Zweitens ist die Erdachse um etwa 23,5 Grad geneigt. Diese Schiefe bewirkt, dass die scheinbare Bahn der Sonne am Himmel, die sogenannte Ekliptik, nicht senkrecht über dem Himmelsäquator steht.
Beide Effekte zusammen sorgen dafür, dass die wahre Sonnenuhr – also der Zeitpunkt, zu dem die Sonne ihren höchsten Stand erreicht – im Verlauf des Jahres schwankt. Man spricht von der sogenannten „Zeitgleichung“. So kann es zum Beispiel sein, dass die Tage zwar länger werden, aber der Sonnenaufgang sich zunächst noch weiter nach hinten verschiebt, bevor er schneller früher kommt.
Deshalb eignet sich die „wahre Sonne“ nicht als gleichmäßige Zeitmessung. Schon im 17. Jahrhundert erkannte man das und führte die mittlere Sonnenzeit ein – die Grundlage unserer heutigen Uhrzeit. So bleibt die Zeit konstant, auch wenn die Natur ihre eigene, etwas unregelmäßige Musik spielt.
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