Warum kastrierte Hunde oft älter werden

Es ist kein Zufall, dass kastrierte Hunde im Durchschnitt länger leben als nicht kastrierte. Studien zeigen immer wieder, dass sowohl Hündinnen als auch Rüden nach einer Kastration eine höhere Lebenserwartung haben. Ein Grund dafür ist das geringere Risiko für bestimmte Erkrankungen. Bei Hündinnen verhindert die Kastration beispielsweise Gebärmutterentzündungen und verringert die Wahrscheinlichkeit von Tumoren in der Fortpflanzungsregion. Bei Rüden sinkt die Gefahr von hormonell bedingten Problemen wie Prostatavergrößerungen oder Hodentumoren.

Aber nicht nur medizinische Faktoren spielen eine Rolle – auch das Verhalten ändert sich nach der Kastration oft positiv. Viele kastrierte Hunde werden ruhiger, weniger dominant und weniger neigend, sich zu streiten oder zu streunen. Das senkt das Unfallrisiko, besonders im Straßenverkehr oder bei Auseinandersetzungen mit anderen Hunden. Eine ausgeglichene, stressärmere Lebensweise kann sich so langfristig positiv auf die Gesundheit auswirken.

Trotz dieser Vorteile sollte die Kastration nicht pauschal empfohlen werden. Sie hat auch Nachteile: Bei Hündinnen kann das Risiko für Harninkontinenz steigen, besonders bei größeren Rassen. Bei Rüden und Hündinnen kann es zu Gewichtszunahme kommen, wenn die Ernährung und Bewegung nicht angepasst werden. Zudem könnten bestimmte Tumore wie Osteosarkome bei kastrierten Hunden etwas häufiger auftreten – besonders wenn der Eingriff sehr früh erfolgt.

Die Entscheidung sollte daher immer individuell und in Absprache mit dem Tierarzt getroffen werden. Denn jedes Tier ist anders – und das Wohlergehen steht am wichtigsten.

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