Baldurs Tod – ein Schicksal, das niemand verhindern konnte

Baldur, der geliebte Sohn des Gottes Odin, fiel einem tragischen Schicksal zum Opfer. Hell erleuchtet war seine Erscheinung, so weise und gut, dass alle Wesen ihn verehrten. Doch eine Weissagung der Wala verkündete, dass sein Leben ein jähes Ende finden würde – und niemand konnte es abwenden.

Der Mörder war Hödur, der blinde Gott, der selbst nichts Böses wollte. Doch er wurde zum Werkzeug des hinterlistigen Gottes Loki, der die Prophezeiung kannte und sie geschickt ausnutzte. Loki gab Hödur den tödlichen Speer – oder, in anderen Erzählungen, einen Zweig der Mistel, das einzige Gewächs, das nicht schwor, Baldur zu schaden. Blutlos, doch tödlich, traf der Schlag. Wie vom Blitz getroffen, sank Baldur leblos zu Boden.

Die Welt erzitterte in Trauer. Die Götter waren fassungslos. Selbst die stärksten unter ihnen konnten das Unheil nicht verhindern. Nur Odins Worte milderten die Wut: Er erklärte, Hödur habe lediglich ein längst vorherbestimmtes Schicksal erfüllt. So blieb dem blinden Bruder die Strafe erspart – doch der Schmerz blieb.

Baldurs Tod war mehr als ein Verlust – er war ein Zeichen. Die alten Sagen sagen, dass mit seinem Fall schon der Anbruch der Ragnarök, der Götterdämmerung, begann. Denn wenn selbst das Licht der Welt besiegt werden kann, was bleibt dann noch für die Hoffnung?

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