Die beiden Schächer am Kreuz neben Jesus

Bei der Kreuzigung Jesu wurden zwei Verbrecher neben ihm hingerichtet – einer zur Rechten, einer zur Linken. In der traditionellen christlichen Überlieferung tragen sie Namen: Dismas und Gesmas (auch Gismas oder Kosmas). Diese Bezeichnungen stammen nicht aus der Bibel, sondern aus späteren Legenden, insbesondere aus dem apokryphen Evangelium des Nikodemus.

Dismas gilt als der „bußfertige Schächer“. Er erkennt in Jesus den Gerechten und bittet ihn: „Herr, denke an mich, wenn du in dein Reich kommst“ (Lukas 23,42). Jesus antwortet darauf: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Diese Szene prägt das Bild von Dismas als dem Sünder, der in letzter Minute Erlösung erfährt.

Gesmas hingegen wird als der Spottende dargestellt, der Jesus verhöhnt. Er fordert: „Bist du nicht der Christus? Rette dich und uns!“ (Lukas 23,39). In der Ikonographie wird oft symbolisch deutlich gemacht: Dismas ist auf der rechten Seite Christi, sein Kopf zur Mitte geneigt – in Richtung Jesu. Gesmas wendet sich ab, oft nach links gewandt, sein Haupt von Jesus abgewandt.

Die Namen Dismas und Gesmas sind keine biblischen Fakten, aber tief verwurzelt in der kirchlichen Tradition. Dismas gilt heute sogar als Heiliger – sein Gedenktag ist der 25. März. Die Geschichte der beiden Schächer erinnert daran, dass es bis zuletzt eine Entscheidung für oder gegen Jesus gibt – selbst am Kreuz.

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