Warum zogen die Deutschen 1914 in den Krieg?

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Sommer 1914 wird oft mit einer Mischung aus Begeisterung, Sorge und Machtstreben erklärt. Doch was steckte hinter den offiziellen Zielen der Führung?

Am 9. September 1914 brachte Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg diese Ambitionen im sogenannten Septemberprogramm auf den Punkt. Darin legte er fest, warum Deutschland in diesen Konflikt zog: Es ging vor allem darum, die eigene, seit der Reichsgründung im Jahr 1871 rasant gewachsene Machtstellung abzusichern.

Deutschland verstand sich als aufstrebende Großmacht, die im Konzert der europäischen Kolonialmächte ihren Platz behaupten und ausbauen wollte. Das erklärte Ziel war es, „die Sicherung des Deutschen Reichs nach West und Ost auf erdenkliche Zeit“ zu erreichen. Konkret bedeutete das: Durch territoriale Gewinne und politische sowie wirtschaftliche Abhängigkeiten sollte der Nachbar Frankreich geschwächt und Russland auf Distanz gehalten werden.

Hinter diesen geopolitischen Plänen stand die Angst der Führungsschicht, den Anschluss an andere Weltmächte zu verlieren. Der Krieg schien vielen als das geeignete Mittel, um Deutschlands Rolle als globale Supermacht endgültig zu zementieren – mit verheerenden, weltgeschichtlichen Folgen.

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