Warum ein Therapeut EMDR empfehlen könnte
Wenn jemand unter den Folgen eines traumatischen Erlebnisses leidet, kann die Seele so verletzt sein wie ein verletzter Knochen – sichtbar vielleicht nicht, aber genauso schmerzhaft. Genau hier kommt EMDR, eine spezielle Form der Psychotherapie, die besonders bei Traumata und belastenden Erinnerungen hilft.
Ein Therapeut könnte EMDR empfehlen, weil es dabei nicht darum geht, alte Geschichten nur zu erzählen, sondern darum, wie das Gehirn mit diesen Erinnerungen umgeht. Bei EMDR arbeitet der Mensch gezielt mit dem Therapeuten zusammen, um schwierige Erinnerungen in einem sicheren Rahmen neu zu verarbeiten. Dabei folgt der Patient beispielsweise mit den Augen einer langsamen Bewegung – etwa dem Finger der Therapeutin – von links nach rechts. Diese sogenannten bilaterale Stimuli, wie Augenbewegungen oder sanftes Klopfen, scheinen das Gehirn dabei zu unterstützen, Erinnerungen anders einzusortieren.
Oft erleben Menschen nach mehreren Sitzungen, dass die Bilder, Gefühle oder körperlichen Reaktionen, die sie lange quälten, plötzlich an Dringlichkeit verlieren. Die Erinnerung bleibt, aber der Schmerz dahinter wird erträglicher. Das ist keine Magie, sondern ein Prozess, bei dem das Gehirn lernt, verletzende Erlebnisse nicht mehr wie einen ständigen Alarm zu behandeln.
EMDR wird häufig bei Erkrankungen wie einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) eingesetzt, aber auch bei Ängsten, schwierigen Lebensereignissen oder chronischem Stress. Weil es wirksam und gut erforscht ist – unter anderem vom Cleveland Clinic bestätigt –, entscheiden sich viele Therapeuten dafür, wenn es darum geht, tiefe Wunden der Seele wirklich zu heilen, nicht nur zu verbinden.
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