„Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich“ – Eine alte Aussage mit aktuellem Klang
Der Satz „Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich“ stammt aus dem Evangelium nach Matthäus (12,30) und wird oft verkürzt wiedergegeben als: Bist du nicht auf meiner Seite, dann bist du gegen mich. Ursprünglich ein religiöser Ausspruch, hat er im Laufe der Zeit eine breitere, fast politische Bedeutung gewonnen.
Im biblischen Kontext geht es um die klare Entscheidung zwischen Gut und Böse, zwischen Jesus und dessen Widersacher. Es war eine Zeit, in der Klarheit gefragt war – kein Raum für Zwischentöne. Doch heute taucht diese Haltung oft in anderen Bereichen auf: in der Politik, in Unternehmen oder sogar im alltäglichen Umgang miteinander. Wer sich nicht eindeutig positioniert, gilt schnell als Gegner.
Dabei lädt diese Denkweise kaum zur Nuance ein. Die Welt ist jedoch selten schwarz-weiß. Viele Menschen stehen nicht aus Feindschaft neutral, sondern aus Vorsicht, aus Unwissenheit oder aus dem Wunsch nach unabhängiger Haltung. Dennoch: In Momenten großer Konflikte scheint die Frage oft unvermeidlich – man muss sich entscheiden.
Die Uni Mannheim hat sich in einer Mitteilung vom 1. November 2017 sogar ironisch auf diesen Satz bezogen, um auf die Wichtigkeit von klaren Positionen hinzuweisen – gerade in wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten. Doch was bleibt, ist die Erkenntnis: Wer auf klare Linien pocht, darf nicht vergessen, dass manche Schweigenden nicht deshalb gegen ihn sind, weil sie fehlen – sondern weil sie noch lauschen.
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