Was bedeutet „Öl am Hut haben“?

Wer „Öl am Hut hat“, ist umgangssprachlich betrunken – stark angetrunken, um genau zu sein. Der Ausdruck klingt etwas seltsam, denn Öl auf dem Hut? Das wäre in der Realität eher ein Malheur. Doch wie so oft steckt ein bildhafter Vergleich dahinter.

Normalerweise sorgt Öl dafür, dass Maschinen und Mechanismen reibungslos laufen – alles ist „geschmiert“. Wer jedoch zu viel Alkohol intus hat, dem läuft im Gegenteil gar nichts mehr rund: Die Sprache wird lallend, die Bewegungen unsicher, die Reaktionen träge. Genau das macht den Witz des Ausdrucks aus: Wer Öl am Hut hat, ist alles andere als geschmiert – im Gegenteil, er torkelt durch die Gegend, als hätte sein Gehirn plötzlich zu viel Schmiermittel abbekommen.

Die Redewendung ist besonders in der Schweiz geläufig, wird aber auch in anderen deutschsprachigen Regionen verstanden. Sie gehört zum humorvollen Vokabular, mit dem man einen angetrunkenen Zustand charmant abtut, ohne gleich von „betrunken“ oder „sauer“ zu sprechen.

Interessant ist, dass der Spruch auch eine gewisse Selbstironie zulässt. Wer am Abend grinsend zugibt: „Hab wohl ein bisschen Öl am Hut“, der hat zumindest noch genug Durchblick, um seinen Zustand zu erkennen – auch wenn der Gang zum Taxi vielleicht etwas wackelig wird.

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